Anchoring and adjustment – der Startpunkt der Forschung zum Ankereffekt
Die Erforschung von Biases ist ohne Amos Tversky und Daniel Kahneman undenkbar. Nachdem sie sich bereits mit einigen Heuristiken beschäftigt hatten, fragten sie sich, wie die Relevanz vorheriger Informationen unsere Einschätzungsgabe beeinflusst. Experimente schienen zu zeigen, dass völlig irrelevante Informationen Menschen zu Fehlschlüssen verleiteten. Sie beschlossen, eine weitere mögliche Heuristik zu erforschen – „anchoring and adjustment“ (Deutsch: Ankern und Anpassung) beschreibt das Phänomen, das sie in den Mittelpunkt ihrer Forschung stellten.
Das Resultat ihrer Experimente führte dazu, den Ankereffekt (auch Anchoring Bias) in den Kanon ihrer kognitiven Verzerrungen zu integrieren. Er bezieht sich auf die Tendenz von Menschen, ihre Einschätzungen (insbesondere in wenig bekanntem Terrain) unbewusst auf die erste Information zu beziehen, die sie erhalten. Sie passen die Schätzung möglicherweise an, allerdings bleiben sie dabei zu nah am Anker. Die Anpassung (adjustment) fällt nicht stark genug aus. Spätere Urteile oder Entscheidungen orientieren sich daher unbewusst an diesem ersten Anker.
Du sagst dir möglicherweise: „Das klingt jetzt etwas akademisch und theoretisch. Betrifft mich der Ankereffekt im Alltag jetzt?“
Die Beispiele und Studien zum Ankereffekt basieren auf verschiedenartigen Themen. Das Verblüffendste dabei: Es können wirklich absurde Informationen sein, die uns ankern … und uns daher in Richtungen „schicken“, die uns teuer zu stehen kommen können. Sehen wir sie uns näher an!