Was ist FOMO?
Patrick McGinnis hat den Begriff der Fear of Missing Out, kurz FOMO, geprägt. In seiner Zeit an der Harvard Business School im Jahr 2002 gab es mehrere wichtige Ereignisse:
- Aufkommen der ersten Social-Media-Plattformen wie Friendster,
- das kollektive Trauma des 11. Septembers in den USA,
- die Folgen der Dotcom-Pleite.
Dieses Zusammentreffen von Ereignissen förderte ein allgegenwärtiges Gefühl der Dringlichkeit – das Gefühl, jeden Moment nutzen zu müssen, um nichts Wesentliches zu verpassen. Die wachsende Möglichkeit, an den Erfahrungen anderer durch mobile Technologien und soziale Medien teilzunehmen, stellte den Nährboden für FOMO dar. McGinnis selbst glaubte zunächst an ein nur temporäres Phänomen, die Realität entwickelte sich anders.
Die Angst, etwas zu verpassen, war wohl schon immer ein Teil der menschlichen Erfahrung. Die Kombination mit dem rasanten technologischen Fortschritt verstärkt die persönlichen Auswirkungen jedoch massiv. Mit dem Aufkommen von Laptops und Mobiltelefonen hat die Verfügbarkeit von Informationen rasant zugenommen. Wir tragen unser Leben nicht nur mehr und mehr in die Öffentlichkeit, wir haben auch um ein Vielfaches mehr Zugriff auf das Leben anderer bzw. deren Darstellungen.
Die Hauptcharakteristika der Angst, etwas zu verpassen
Im Wesentlichen bedeutet FOMO eine Kombination von zwei Kernelementen:
- Unerwünschte Ängste, die durch die – oft über soziale Medien verstärkte – Wahrnehmung hervorgerufen werden, und das Gefühl, dass andere Erfahrungen machen, die befriedigender sind als die eigenen.
- Sozialer Druck, der sich aus der Erkenntnis ergibt, dass man etwas verpasst hat oder von einer positiven oder denkwürdigen kollektiven Erfahrung ausgeschlossen werden könnte.
Dies bedeutet, dass FOMO im Gegensatz zu seinem Pendant FOBO ein primär soziales Phänomen ist, das individuell Angst und Druck erzeugt. McGinnis sieht seine Wurzeln im Konzept der Überoptimierung – insbesondere in der modernen Besessenheit, das eigene Leben zu kuratieren. Das unerbittliche Streben nach Perfektion und die Angst, Chancen zu verpassen, treiben den Einzelnen dazu, ständig nach Bestätigung und Sicherheit durch soziale Vergleiche zu suchen.
Im Vergleich der beiden Phänomene erscheint FOBO das wesentlich relevantere zu sein, da es direkt mit unseren Entscheidungen zusammenhängt. Die Fear of Better Options führt dazu, dass wir Entscheidungen vertagen oder im schlimmsten Fall gar nicht treffen. Dies kann für uns sehr nachteilig sein! Du möchtest wissen, wie sehr du von FOBO betroffen bist? Dann mache unseren kostenlosen FOBO-Test!