Der Nutzen von De-Biasing
Biases wirken gegen unsere Interessen und Ziele; ihr Effekt kann sehr kostspielig sein. Der Nutzen von De-Biasing-Maßnahmen ergibt sich aus der gezielten Bekämpfung derjenigen Biases, die aktiv sind, ihren Auswirkungen und dem jeweiligen Kontext. Auf individueller Ebene kann dies bedeuten, wiederkehrende Fehler zu vermeiden und die persönliche Leistung und Anerkennung zu steigern. In organisatorischem Kontext können systematische Fehler beseitigt werden, was zu profitableren Entscheidungen führt und die finanziellen Ergebnisse verbessert.
Biases wirken jedoch viel umfangreicher als lediglich bei Entscheidungssituationen. Wir haben fünf Anwendungsfelder definiert, für die Biases relevant sind:
- Wahrnehmung
- Beurteilung
- Entscheidung
- Interaktion
- Umsetzung
De-Biasing bedeutet daher, für einen konkreten Anwendungsfall eine oder mehrere Maßnahmen zu finden und umzusetzen. Dadurch werden die negativen Auswirkungen der Biases vermindert oder idealerweise minimiert.
Beispiel: Bei einer Investitionsentscheidung spielen primär die Anwendungsfelder Beurteilung und Interaktion eine Rolle. Die entscheidende Person könnte die Qualität ihrer Entscheidung erhöhen, indem sie:
- versteht, welche Biases in dieser Situation relevant sind,
- erkennt, worauf sie persönlich dabei achten sollte und
- anwendet, was sie an Gegenmaßnahmen definiert hat.
Der „Business Case“ von De-Biasing startet nicht mit der fertigen Lösung, sondern beim konkreten Problem. Wir starten beim praktischen „Use case“ und dessen negativen Ausprägungen, falls unsere Muster „falsch laufen“. Diese wollen wir mit unserem Prozess schrittweise umstellen, damit der konkrete Anwendungsfall künftig positiver ausgeht. Dies bedeutet aber auch:
Wir müssen nicht alle Biases eliminieren, weil die meisten davon nicht relevant sein werden – Fokus ist ein Kernprinzip unserer De-Biasing Methode.